Wer "Die Quacksalber von Quedlinburg" als Familienspiel-Hit kennt und denkt, das Duell sei einfach nur die abgespeckte Reise-Version, wird positiv überrascht. Wolfgang Warsch hat hier nicht reduziert, sondern neu gedacht.
Die Kernidee bleibt: Du ziehst Zutaten blind aus dem Beutel und drückst dein Glück. Aber statt sie in einen Kessel zu legen, packst du sie auf ein gemeinsames Spielfeld in dein "Quadrant" und versuchst, möglichst überlappende, größere Zutaten so zu platzieren, dass die Punkte explodieren. Das ist Tetris trifft Bag-Building, und es funktioniert erstaunlich gut.
Was richtig gut ist: Die Spannung pro Zug ist hoch. Jedes Mal aus dem Beutel ziehen ist ein kleiner Adrenalin-Moment und weil du gegen genau einen Spieler antrittst, fühlen sich die Partien direkt und persönlich an, ohne dass jemand "ausgeschlossen" wird wie bei mehr Spielern. Die Asymmetrie der Charaktere bringt zusätzliche Variabilität.
Wo es schwächelt: Die Komplexität ist etwas höher als beim Original, weil das räumliche Planen dazukommt. Wer das Original kennt, muss einen kleinen mentalen Sprung machen. Außerdem sind die Plättchen relativ klein und filigran, nicht so haptisch befriedigend wie die runden Zutaten-Chips des großen Bruders.
Wer sollte zugreifen: Paare und 2er-Gruppen, die "Quacksalber" lieben, aber die volle 4-Spieler-Version nicht regelmäßig auspacken können. Auch ein Geheimtipp als Gateway-Spiel für Push-Your-Luck-Fans, denen das Original zu groß ist.
Was mich überrascht hat: Die Spielzeit. Eine Partie dauert wirklich nur 30-40 Minuten, und nach zwei Partien hintereinander ist man nicht müde sondern denkt eher: "Nochmal!". Das ist eine Qualität, die viele 2-Personen-Strategiespiele nicht haben.